Achtung

Formen von Epilepsie

 

Die Krankheit Epilepsie hat verschiedene Formen.

Bei jeder Form sind die Symptome ein bisschen anders.

 

Symptome sind Anzeichen für eine Krankheit.

Hier erklären wir die verschiedenen Formen
von Epilepsie genauer.

 

Unfall

Der große Anfall

 

Beim großen Anfall wird der Mensch oft bewusstlos.

Das heißt:

Er bekommt nicht mehr mit, was um ihn herum passiert.

Bewusstlos ist so ähnlich, wie wenn man schläft.

Bei einem großen Anfall kann man oft umfallen.

Weil man bewusstlos wird.

Dadurch kann man sich leicht verletzen.

Der große Anfall hört meistens von alleine wieder auf.

 

So läuft ein großer Anfall ab

Ein großer Anfall hat drei Phasen.

Phase spricht man Fahse.

Eine Phase ist ein zeitlicher Teil von einem Vorgang.

Das heißt:

Ein Vorgang hat verschiedene Teile.

Und diese nennt man Phasen.

 

Die Phasen bei einem Anfall sind:

  • Anspannungs-Phase
    Diese Phase dauert ungefähr 20 Sekunden bis 1 Minute.
    Dabei wird der Mensch bewusstlos.
    Die Muskeln in seinem Körper werden steif.
    Und er kann hinfallen oder umkippen.
    Dabei kann er sich verletzen.
Krampf-Phase
  • eigentliche Krampf-Phase
    Diese Phase dauert höchstens 2 Minuten.
    Hier ist der Körper sehr stark verkrampft.
    Und die Muskeln zucken sehr stark.
    Manche Menschen können dann auch nicht mehr so gut atmen.
    Deswegen wird ihr Gesicht manchmal blau.
    Bei manchen Menschen sieht man auch Schaum am Mund.
    Und Spucke läuft aus dem Mund.
    Manche Menschen beißen sich beim Anfall auch in die Zunge.
    Oder pinkeln sich in die Hose.

 

depressive Frau
  • Erschlaffungs-Phase
    Ein anderes Wort dafür ist Nach-Phase.
    Bei manchen Menschen dauert diese Phase nur ein paar Minuten.
    Sie kann aber auch mehrere Stunden dauern.
    In dieser Phase fangen die Menschen wieder normal zu atmen an.
    Und kommen wieder zu Bewusstsein.

 

aufwachen
  • Das heißt:
  • Sie werden wieder wach.
  • Meistens kriegen sie dann wieder alles um sich herum mit.
  • Viele Menschen sind dann aber sehr müde.
  • Und schlafen gleich wieder ein.
  • Manche Menschen sind aber auch sehr aufgeregt.
  • Andere haben Kopf-Schmerzen.
  • Oder ihnen ist übel.
  • Manchmal müssen die Menschen auch sehr dringend auf die Toilette.

 

 


nicht verstehen

Absencen

 

Absencen sind kurze epileptische Anfälle.

Absencen spricht man Ab-soo-ßen.

Absence ist ein französisches Wort.

Es bedeutet Abwesenheit.

Das heißt:

Die Menschen können sich nicht an den Anfall erinnern.

Und auch nicht daran, was sie dabei gemacht haben.

Eine Absence dauert höchstens 20 Sekunden.

Dabei verkrampft sich der Körper nicht.

 

Während dem Anfall kann niemand mit den Menschen reden.

Sie reagieren auf nichts.

Hat ein Mensch einen Anfall, während er gerade etwas macht?

Dann macht er damit während dem Anfall nicht weiter.

Und macht erst nach dem Anfall damit weiter.

Man fällt dabei aber nicht um.

Sondern man bleibt einfach stehen oder sitzen.

kind jugendliche

So läuft eine Absence ab

 

Eine Absence fängt sehr plötzlich an.

Und hört auch sehr plötzlich wieder auf.

Hat jemand diese Art von Epilepsie?

Dann bekommt er oder sie mehrmals am Tag einen Anfall.

Meistens beginnt die Krankheit, wenn man jung ist.

Zum Beispiel:

  • Oft im Alter von 4 Jahren
  • Manchmal auch erst mit 20 Jahren.
  • Sehr selten nach mehr als 20 Jahren

 

depressive Frau

Bei einer Absence wundern sich
andere Menschen manchmal.

Der Grund dafür ist:

Sie denken, der Mensch mit Epilepsie träumt.

Weil man auf nichts mehr reagiert.

Es ist, als würde man schlafen.

Aber seine Augen sind offen.

 


EEG

Einfache fokale Anfälle

 

Bei diesen Anfällen verliert man nicht das Bewusstsein.

Man bleibt immer wach.

Der Grund dafür ist:

Diese Anfälle sind immer nur in einem Teil vom Gehirn.

Aber nie im ganzen Gehirn.

 

Es gibt diese Formen von fokalen Anfällen:

  • Motorische Anfälle
    Dabei fangen zum Beispiel die Muskeln zu zucken an.
    Aber sie zucken nicht am ganzen Körper.
    Sondern zum Beispiel nur auf einer Seite vom Körper.
    Und die Muskeln sind auch nicht so stark verkrampft.
     
  • Sensible Anfälle
    Das bedeutet:
    Man spürt zum Beispiel ein Kribbeln in einem Körper-Teil.
    Manchmal fühlt sich ein Körper-Teil auch warm oder kalt an.
    Oder man spürt es nicht mehr.
Blumen
  • Sensorische Anfälle
    Dabei sieht man manchmal nicht mehr richtig.
    Zum Beispiel sieht man alles verzerrt.
    Manchmal hört man auch Töne oder Melodien.
    Damit sind Töne und Melodien gemeint, die andere Personen nicht     hören.
    Manchmal verändert sich auch das Schmecken und     Riechen.
    Dann schmeckt zum Beispiel Zucker bitter.
    Oder die frischen Lieblings-Blumen stinken.
     
  • Vegetative Anfälle
     Dabei fangen viele Menschen an zu frieren.
     Manchen Menschen wird auch übel.
     Manchmal verändert sich auch der Herz-Schlag.
     Das Herz schlägt dann schneller oder langsamer.
     Auch die Haut-Farbe kann sich verändern.
     Man wird dann zum Beispiel blass.
     Bei manchen Menschen verändert sich auch die Atmung.
     Sie wird dann zum Beispiel schneller oder langsamer.   
ängstlich
  • Psychische Anfälle
    Damit ist zum Beispiel plötzliche Angst gemeint.
    Oder auch plötzliche Glücks-Gefühle.
    Auch, wenn es dafür eigentlich keinen Grund gibt.
    Es kann sich auch das Körper-Gefühl verändern.
    Damit ist zum Beispiel gemeint:
    Man spürt seinen Arm nicht mehr.
    Manchmal hat man auch ein Déjà-Vu-Erlebnis.
    Déjà-Vu ist französisch.
    Man spricht es dee-scha-wüh.
    Déjà-Vu heißt:
    Etwas ist schon mal geschehen.
Gespräch
  • Damit ist zum Beispiel gemeint:
    Man redet mit jemandem.
    Und plötzlich hat man das Gefühl:
    Das gleiche Gespräch hat man schon einmal     gehabt.
    Aber das stimmt in Wirklichkeit nicht.
     
  • Auren
    Auren sind eine besondere Art von fokalen Anfällen.
    Die betroffene Person hat dann ein ganz bestimmtes Gefühl.
    Sie ahnt, dass vielleicht gleich ein Anfall kommt.
    Andere Menschen merken davon nichts.
     
    Die Person spürt oder sieht zum Beispiel:
    – Lichter oder Flecken
    – Ein komisches Gefühl im Bauch
    – Plötzliche Gefühle von Angst oder Glück
    Eine Aura dauert meist nur ein paar Sekunden.

 


EEG

Komplex-fokale Anfälle

 

Auch diese Anfälle sind nur in einem Teil vom Gehirn.

Die Menschen haben dabei eine
Bewusstseins-Störung.

Das heißt:

Sie bekommen nicht mehr richtig mit, was um sie herum passiert.

Und können sich danach auch nicht mehr an den Anfall erinnern.

Der Körper verkrampft sich dabei aber nicht.

Und die Menschen fallen auch nicht hin.

Für andere Menschen sieht das oft so aus:

Sie denken:

Der Mensch verhält sich seltsam.

Zum Beispiel, weil er einfach hin und her läuft.

Aber nicht weiß, wohin er eigentlich gehen will.

Auto

Nach einem Anfall haben viele Menschen einen Gedächtnis-Verlust.

Sie können sich an die Zeit vor dem Anfall nicht erinnern.

Und auch nicht an die Zeit nach dem Anfall.

Das macht ihnen oft Angst.

Und ist für sie deshalb sehr schlimm.

Auch, weil sie sich selbst in Gefahr bringen können.

Zum Beispiel, weil sie einfach auf die Straße laufen.

Und dabei gar nicht merken, ob Autos kommen.

 

So läuft ein komplex-fokaler Anfall ab

 

  • Diese Anfälle kann man in jedem Alter bekommen.
    Der erste Anfall passiert aber meistens, wenn man noch jünger ist.
    Genau passiert das oft im Alter von 10 bis 35 Jahren.
  • Der Anfall dauert mindestens 1 Minute.
    Er kann aber auch mehrere Minuten dauern.
  • Die Menschen bemerken den Beginn vom Anfall oft selber.
    Aber oft erst ein paar Sekunden vorher.
    Das heißt:
    Sie spüren kurz vorher, dass gleich ein Anfall kommt.
    Zum Beispiel, weil ihnen übel wird.
    Das kann aber bei jedem Menschen anders sein.
    Danach bekommen sie eine Bewusstseins-Störung.
  • Oft haben die Menschen einen starren Blick.
    Daran kann man manchmal einen Anfall erkennen.
  • Die Menschen machen oft merkwürdige Sachen, die keinen Sinn ergeben.
    Damit ist zum Beispiel herumlaufen gemeint.
    Oder Dinge an einen anderen Platz legen.
  • Oft machen sie die gleichen Sachen immer wieder.
  • Das Fach-Wort ist Automatismen.
    Damit ist zum Beispiel an der Kleidung zupfen gemeint.
    Oder schmatzen, ohne dass man etwas isst.
  • Der Anfall hört nur langsam auf.
    Das heißt:
    Die Bewusstseins-Störung verschwindet nur langsam.
    Die Menschen bekommen wieder mit, was um sie herum passiert.
    Aber noch nicht so ganz.